Ausgangslage

Wasser ist eines der wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts. Dies gilt weltweit, insbesondere aber auch in Lateinamerika. Die wichtigsten Schlagworte sind dabei
  • Wasserknappheit und Wasserqualität sowie
  • Verfügbarkeit und Zugang zu Trinkwasser.
Während Wasserknappheit ein regional differenziertes Problem ist, ist die Wasserqualität in Lateinamerika ein generelles Problem. Der Grund ist hier im Fehlen von Kläranlagen zu suchen. Nur etwa 15% der Abwässer werden behandelt, der Rest wird unbehandelt in Flüsse abgegeben. Allerdings wird es nicht reichen Kläranlagen zu bauen! Es fehlt auch an ausgebildetem und qualifiziertem Fachpersonal, um Kläranlagen zu betreiben und zu unterhalten.

Ein weiteres Problem in Lateinamerika ist das nahezu vollständig fehlende Problembewusstsein. Das gilt für alle Teile der Gesellschaft, genauso wie in vielen Bereichen der Wirtschaft (Landwirtschaft, Industrie...).

Schließlich sind auch die Verfügbarkeit und der Zugang zu Trinkwasser ein großes Problem in Lateinamerika. In städtischen Gebieten haben nur 90% der Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser, in ländlichen Gebieten sind es nur 50%.

Eine gute Wasserpolitik ist dynamisch und reagiert kurzfristig auf neue Herausforderungen. Um dieser Anforderung gerecht werden zu können, ist gut ausgebildetes und qualifiziertes Personal in allen Bereichen der Wissenschaft, der Verwaltung und der Technik notwendig. Nur so ist es möglich, angepasste Problemlösungen in den unterschiedlichen Ländern Lateinamerikas zu entwickeln. Leider reagiert die Hochschullandschaft zum Teil nur träge auf sich verändernde Anforderungen. So ist festzustellen, dass Hochschulabsolventen im Bereich des Wasser- und Umweltmanagements zurzeit nicht ausreichend vorbereitet sind, um den ständig steigenden Anforderungen gerecht werden zu können. 
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